Was war der beste Satz, den ihr in der Psychotherapie gehört habt?
Mittlerweile hat meine Umfrage über 1000 Antworten. Wow. Mit so einer hohen Beteiligung habe ich nicht gerechnet. Danke an alle fürs Mitmachen! Es ist in der Tat ein kleiner Schatz, den wir hier gesammelt haben.
@martingommel Ich finde es schwierig, die oft langwierige, differenzierte psychotherapeutische Arbeit auf einen Satz herunterzubrechen. Wir Therapeut*innen kennen ja nicht die Lösung für die Patient*innen. 💭
@tim_niebuhr Auf welche Weise wird hier die langwierige, differenzierte Arbeit auf einen Satz heruntergebrochen? Ich glaube nicht, dass das möglich ist — und würde das gerne verstehen.
@martingommel „Ihr Leben gleicht also einer angezogenen Handbremse“
@martingommel Die Verlängerung ist genehmigt.
@martingommel "Bullshit" Ich hab es sehr gefeiert.
@martingommel „Wenn Sie etwas zum ersten Mal machen, warum wollen Sie das sofort perfekt machen?“ und „Wenn Sie etwas haben wollen, was Sie noch nie hatten, müssen Sie etwas tun, was Sie noch nie getan haben.“
@martingommel Ich habe schon so viele gute und hilfreiche Sätze gehört, aber der aktuellste ist: „Machen Sie sich klar, dass das grad eine Sache von früher ist, die nach Ihnen greift, und dass Sie das jetzt in diesem Moment nicht brauchen können. Später vielleicht, wenn Sie Zeit u. Lust haben,
@martingommel Zitate kann ich nicht wiederholen mehr... Aber Inhalte: Ich bin nicht mehr das Kind, das ich mal war - ich kann jeden Tag neu gestalten und kann Verhaltensmuster hinter mir lassen; Meine Wahrnehmung ist verzerrt, nicht jeder Mensch meint Dinge gleich so negativ; [...]
@martingommel Das beste war kein Satz, sondern die Momente, in denen die Traumatherapeutin es schaffte, dass ich letztlich ohne nennenswerte Flashbacks mit dem Trauma leben kann. (EMDR. Ich erinnere mich vor allem an die Techniken und das Vorher-Nachher-Gefühl. Die Ruhe in mir.)
@martingommel Schönstes Kompliment der Therapeutin: Ich: „Die Depression frisst meine Hirnzellen auf! Ich verblöde!“ Therapeutin: „IHR Verstand ist so scharf, Sie haben in der Gesprächsgruppe schon immer zwei Lösungen, da haben die anderen die Frage noch nicht verstanden.“
@martingommel „Was würde denn passieren, wenn Sie nicht machten, was man von Ihnen will?“
@martingommel Depression hat viele Gesichter: keiner (Patient/ Therapeut) hat das Recht, Sie zu verurteilen, weil Sie äußerlich gepflegt + geschminkt sind. Ich habe mich selbst wegen endlich! diagnostizierter schwerer Überlastungsdepression in eine Tagesklinik eingewiesen. Hat viel gebracht.
@martingommel Sie dürfen auch vorbeikommen wenn es ihnen nicht schlecht geht.
@martingommel "Es ist wie es ist - und es wird auch wieder anders". Radikale Akzeptanz lässt grüßen! "Leiden entsteht dann, wenn man die Realität nicht annehmen kann, wie sie ist". "Man kann sich nicht verändern. Man kann nur zu dem werden, das man schon ist".
@martingommel Es geht nicht darum, Ihrer Mutter zu verzeihen. Es geht darum zu verstehen, dass Sie nicht anders konnte. Sie gab ihr Bestes und es war nicht genug, aber es ist ok.
@martingommel "Sie haben schon so viel geleistet und sollten stolz auf sich sein. Das alles hier ist immerhin kein Spaziergang." Meine Therapeutin war echt ein Engel. ❤️
@martingommel Auch wenn Filme und Bücher es gerne anders vermitteln: Unsere Vergangenheit diktiert nicht, wer wir sind. Wir haben die Möglichkeit, jeden Tag eine neue Person zu sein, uns neu zu erfinden. Der Mensch zu werden, der wir sein wollen.
@martingommel Menschen sind dafür gemacht, mit Enttäuschungen umgehen zu können. Und Sie haben bis jetzt alles in Ihrem Leben gehandelt und überlebt, was bringt Sie zu der Annahme, diese Situation nicht zu überstehen?
@martingommel "Sie haben ein Gefühl, sie sind nicht das Gefühl" wenn ich mal wieder das Gefühl hatte hilflos überschwemmt zu werden von meinen Gefühlen
@martingommel „Und was ist mit Ihnen? Wo bleiben Sie in dem Ganzen?“
@martingommel 1. Entweder-oder ist im Prinzip das gleiche wie schwarz-weiss. Die Realität ist komplexer und erlaubt mehrere Lösungsansätze. 2. Man kann eine Meinung auch mal ändern, das ist absolut legitim.
@martingommel Enttäuschungen entstehen meistens aus eigenen Erwartungen an andere Menschen - die davon im Zweifel nichts wissen. Und da nicht alle Menschen gleich ticken, werden viele anders handeln als ich es tun würde. Wenn mir also etwas wichtig ist, muss ich’s kommunizieren.
@martingommel Was ist das schlimmste das passieren kann und kämst du damit klar. Und plötzlich waren Entscheidungen sehr viel einfacher und haben sehr viel weniger Energie gefressen.
@martingommel "Auch wenn Sie es jetzt nicht glauben, es wird besser" (als ich in einer Depression feststeckte). Wenn es mir heute schlecht geht, erinnere ich mich an diesen Satz und weiß, dass er stimmt ... auch wenn sich´s nicht so anfühlt.
@martingommel "Sie sind ein Rebel. Sie rebellieren gegen sich selbst!" - Das war DER Schlüsselsatz beim Eingangsgespräch der letzten REHA, der die ganzen Mosaikstücke mit einem Schlag zu einem Gesamtbild werden ließ. Und der den Anfang vom Ende der dunklen Zeit markierte. Das war 2017.
@martingommel Während der Krise keine (grundlegenden) Entscheidungen treffen und dementsprechende Veränderungen einleiten
@martingommel Manche Gefühle sind ein Echo der Vergangenheit und dürfen das auch sein. Nicht mehr und nicht weniger.
@martingommel Falls auch umgekehrt gilt: auf meine Einstiegsfrage „Wie geht es Ihnen?“ ein prüfender Blick und die Antwort „Ich glaube, besser als Ihnen.“ - das fand ich außerordentlich bemerkenswert. (Mein Vater war Woche zuvor gestorben; Patient wußte das aber nicht.)
@martingommel Immerhin bekommen sie Hilfe. Vielen Da draußen ist gar nicht bewusst das sie Hilfe benötigen. Hat meinen Blick auf die "normalen" etwas geändert.
@martingommel „Sie sind genug. Gehen Sie Ihren Weg, weil SIE es wollen uns nicht, weil Sie denken, es anderen beweisen zu müssen.“ Das hat echt einen Schalter bei mir umgelegt und ich habe diesen Satz so dringend gebraucht 🥰
