Interessantes Gespräch mit einem Freund, U.S.-Amerikaner. Er: “Die Menschen [in den USA] wissen, dass Trump lügt. Aber viele haben das Gefühl, dass er auf einer anderen Ebene die Wahrheit sagt. 1/5
Die Demokraten sagen in vielen konkreten Dingen die Wahrheit — aber viele meinen, sie würden auf dieser anderen Ebene lügen.” Ich: “Was ist diese andere Ebene und was ist Trumps höhere Wahrheit?” 2/5
Er: “Demokraten versprühen den Grundsatz, dass es in den USA im Großen und Ganzen alles in Ordnung sei und in die richtige Richtung laufe. Sehr viele fühlen aber, die Lage sei fundamental nicht in Ordnung und ein weiter so / bloßes finetuning als Politik sei falsch.” 3/5
Ob das sachgerecht ist, weiß ich nicht: dachte die Demokraten hätten traditionell mehr Ideen zur Änderung des Status Quos. Ich muss aber immer wieder an dieses Gespräch denken, nicht zuletzt deshalb weil ich auch in Deutschland etwas Ähnliches wahrzunehmen meine. 4/5
Die große Frage ist aber (in Deutschland): zeigt es in etwa in dieselbe Richtung (oder zumindest wenige, sich vertragende Richtungen), warum Menschen meinen, das hier und jetzt sei unerträglich — oder sind sich gegenseitig auslöschende Richtungsforderungen dahinter? 5/5
@FillingTheCrack Du beschreibst Vertrauen, die gefühlte Wahrheit und demokratische Realität. Demokratische Strukturen können voll funktionsfähig sein, aber bei sinkenden Vertrauen durch den Souverän entsteht eine parallele Wahrheit. Ergo Delegitimierung. Eine selbsterfüllende Prophezeiung.
@FillingTheCrack Ich halte das für eine sehr richtige Wahrnehmung. Auch in Deutschland: Die Leute spüren, dass bei Bürokratie, Migration, Sozialstaat etwas fundamental im Argen liegt, die etablierten Parteien aber jahrelang gesagt haben, das sei normal.👇
