Ich habe diese Woche zusammen mit meiner Kollegin Wibke Becker ALLE AfD-Abgeordneten im Bundestag gefragt, ob sie im Kriegsfall und unter dieser Regierung für Deutschland kämpfen würden. Was dann geschah, war schräg und steht morgen auf Seite 2 der F.A.S. 🧵🪡
Zuerst antworteten ein paar MdBs, die früher Offiziere waren, und betonten, dass sie für ihr Vaterland kämpfen würden. Zum Beispiel @MdB_Lucassen: „Wenn ich als Soldat in den Einsatz gehe, dann für Deutschland, mein Vaterland.“ Klarer konnte man nicht antworten!
Andere, wie @moosdorfmdb sagten das Gegenteil: „Die Antwort lautet Nein! Diese Regierung und ihre kopflose Hysterie ist mehr Feind als alles was da bisher von ihr hingehängt wurde. Auch meine Kinder werde ich nicht in diese Richtung erziehen."
Moosdorfs Zitat ging noch weiter: "Und ich empfehle als Mitglied des Bundestages jedem jungen Menschen, den Dienst für die derzeitigen Schwachköpfe zu verweigern! Ihren angerichteten Dreck müssen sie schon selbst wegfegen.“
Wir wollten wissen, wer noch so denkt, aber von 151 Abgeordneten antworteten und nur 11. Was sagt das aus? Nichts. Unsere Recherche war gescheitert. Doch dann kam @Beatrix_vStorch. Sie machte sich über mich lustig:
Also war die Recherche nicht nur gescheitert, jetzt lachten die auch noch über die Frage! Ein Tiefpunkt? Das Telefon klingelte, eine Quelle war dran und warnte uns: Die AfD-Pressestelle hatte unsere Recherche sabotiert! Sie hatte allen AfD-MdBs empfohlen nicht zu antworten.
Wir fragten uns, warum, aber der AfD-Pressesprecher war auf einmal schwer zu erreichen. Wovor hatte er Angst gehabt? Was hätten die anderen MdBs wohl geantwortet? Während wir uns das fragten, füllten sich unter @Beatrix_vStorch Post die Kommentarspalten.
Was die AfD-Anhänger sagten, hatte mit Patriotismus nichts zu tun. Es war einfach Landesverrat.
Wir wollten immer noch wissen, wie viele der AfD-Abgeordneten wohl nicht bereit wären, ihr Vaterland zu verteidigen. Es wollte uns ja niemand antworten! Da bekamen wir einen Tipp: Beim Streit über die Wehrpflicht in der Fraktion vor einigen Wochen, ging es auch darum.
Damals war laut Teilnehmerkreisen eine Mehrheit der Abgeordneten dagegen gewesen, dass die AfD ihre Position aus dem eigenen Grundsatzprogramm (Einführung Wehrpflicht) als Antrag in den Bundestag einbringt. Das spricht Bände.
Die AfD zeigt uns eine neue Form der rechten Kriegsdienstverweigerung, die mit Pazifismus nichts zu tun hat. Es geht um Verachtung für die demokratisch verhandelte, liberale Ordnung der Bundesrepublik. Dazu zum Abschluss noch ein Zitat:
„Glauben Sie, dass ein AfD-Mitglied seine Kinder für die Verteidigung dieser Diversität und dieses woken Unsinns hergeben würde? Ich würde meinem Sohn verbieten da hinzugehen. Mit Pazifismus hat das gar nichts zu tun.“ (Thread Ende)
Gute Frage! Weil wir schon oft Artikel über linke Pazifisten hatten. Zum Beispiel hier: Was uns diesmal interessiert hat, war diese speziell rechte Kriegsdienstverweigerung aus Verachtung für das "linkswoke" Deutschland. Das ist etwas Neues.





