Published: June 26, 2025
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Update #Israel #Iran Im Überblick: - "12-Tage-Krieg" beendet: gegenseitige Angriffe hinterlassen Verwüstung; - Angriffe und Absprachen: bizarrer "kontrollierter" Schlagabtausch zwischen USA und Iran; - Aussichten: Jeder reklamiert den Sieg, doch die Zukunft ist unklar Thread👇 1/

Image in tweet by Nikita Gerassimow

Die Eskalation zwischen Israel und Iran, die nun auch als "12-Tage-Krieg" bezeichnet wird, scheint beendet zu sein. Zu Erinnerung: Mitte Juni begann Israel mit schweren Überraschungsangriffen auf Iran, Teheran antwortete mit massiven Gegenangriffen 👇 2/26 https://x.com/NikGerassimow/st...

In den rund 10 Tagen danach ging der Remote-Krieg, bei dem die Kriegsparteien 1000 km voneinander entfernt liegen und mehrere Pufferstaaten dazwischen haben, unverändert weiter. Israel setzte seine Luftkampagne quer durch den West-Iran fort und bombte auch mitten in Teheran. 3/26

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Im iran. Luftraum herrschte dabei eine ambivalente Lage. Israel errang die Lufthoheit über West-Iran und konnte ungestört militärische wie zivile Ziele rund um die Uhr bombardieren, darunter mit freifallenden Bomben. Im ländlichen Raum machte ISR Jagd auf Raketenabschussrampen 4/

Gleichzeitig blieb der Osten des Landes für isr. Luftwaffe unerreichbar, was wiederum iran. Non-Stop-Raketenangriffe aus seinen östl. Provinzen auf ISR ermöglichte. Eine Aussicht, die iranische Raketenkomponente vollständig und nachhaltig auszuschalten, hatte Israel also nicht.

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Dennoch. Die Kontrolle über den westlichen Luftraum erlaubte es der isr. Luftwaffe schweren Schaden der iran. militärischen wie zivilen Infrastruktur zuzufügen. Systematisch wurden vA Objekte in Reichweite angegriffen, die mutmaßlich oder eindeutig mit Atomprogramm zu tun hatten.

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Zum Vorzeigebeispiel gilt der Angriff auf den Atomreaktor in Arak, der schwere Spuren hinterließ. Der Reaktor sollte wohlgemerkt erst 2026 ans Netz gehen. Dennoch sorgten die Bilder der Explosion am Atomreaktor weitläufig für große Sorgen vor radioaktivem Fallout in der Region.

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Zeitgleich fanden iranische Raketenangriffe auf Israel statt. Die Angriffe fanden mal wellenartig, mal punktuell statt und durchbrachen immer wieder die isr. Flugabwehr. Eingesetzt wurden alle Arten von Flugvehikeln, von langsamen Shahed-Drohnen bis zu neusten ballist. Raketen 8/

Die Angriffe sorgten für schwere Schäden in der dichtbesiedelten Region und bestätigten wieder mal die Tendenz, die spätestens seit dem Ukrainekrieg klar ist: Jede, absolut jede Flugabwehr, egal wie modern sie ist, kann überladen und durchbrochen werden, allein schon durch Masse.

Zeitgleich zum isr.-iran. Schlagabtausch liefen angesichts der massiven US-Verlegungen von Luftwaffe und Marine Debatten um eine mögliche US-Einmischung in den Konflikt. Die große Frage war uA, ob Washington seinen schwersten Bunkerbrecher GBU-57A/B MOP rausholt. (10/26)

Trotz der umfangreichen isr. Luftschläge besaß dessen Luftwaffe nämlich keine Bunkerbrecher, die schwer genug wären, die unterirdischen iran. Anlagen zu erreichen. Die 13-Tonnen GBU-57A/B MOP mit ihrer Durchschlagskraft von bis zu 60 Metern in den Boden sollte das ändern. (11/26)

In der Nacht zum 22. Juni fand der US-Angriff schließlich statt. 7 B2-Bomber attackierten 3 iran. Atomanlagen mit den GBU-57A/B, zusätzlich unterstützt von Dutzenden Tomahawk-Raketen. Der Angriff war zugleich die Kriegstaufe der GBU-57A/B. Zuvor wurde sie nur bei Manövern geprobt

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Zugleich kam der Angriff regelrecht mit Ansage und wurde erwartet. Iran ließ seine wichtigsten Anlagen schon Tage zuvor evakuieren. Satellitenaufnahmen zeigten Dutzende LKWs, die offensichtlich die sensibelste Ausrüstung und mgl auch Uran aus der Anlage in den Osten brachten. 13/

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Die Bewertungen des Angriffes blieben daher umso umstrittener. Trump selbst bezeichnete ihn als sehr erfolgreich. Zahlreiche Kriegsreporter verwiesen dagegen darauf, dass (abgesehen von vorheriger Evakuierung) die Angriffe nur die Eingangsbereiche der Atomanlagen trafen. (14/26)

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Ein kritischer Schaden gilt daher als unwahrscheinlich. Zahlreiche Bewertungen kommen stattdessen überein, dass die Angriffe zunächst eine Demonstration waren: der Bereitschaft im Fall der Fälle dem Krieg voll beizutreten sowie der Kapazitäten, tiefgelegte Anlagen zu erreichen.

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Wie dem auch sei. Nur kurze Zeit später antwortete Iran mit einem Gegenschlag auf US-Objekte in der Region. Ein Dutzend Raketen wurde auf eine US-Basis in Katar abgefeuert. Über Doha wurde die katarische Flugabwehr aktiv und wehrte den iranischen Angriff ab. (16/26)

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Das Format des Gegenangriffes sorgte bei Konfliktbeobachtern sofort für Stirnrunzeln. Unübersehbar stimmte Teheran seinen Angriff penibelst so ab, dass KEINE Verluste bei den Amerikanern verursacht werden. Die Raketenattacke sollte Bilder produzieren, keinen Schaden. (17/26)

Statt den Luftraum von Katar, der unvergleichbar näher als Israel liegt und daher viel verwundbarer wäre, mit Hunderten Drohnen zu überladen und danach die US-Objekte mit ballistischen Raketen zu verwüsten, wurden 14 Raketen in für die Flugabwehr "angenehmen" Abständen abgefeuert

Vermutungen über Absprachen hinter den Kulissen wurden schnell laut und zügig auch von US-Portalen mit Verweis auf Beamte bestätigt. Demnach standen Washington und Teheran kurz zuvor und während des Angriffes in Kontakt, um eine unkontrollierbare Eskalation zu vermeiden. (19/26)

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So heißt es in versch. Medien, Teheran habe Washington über Ort und Zeitpunkt gewarnt. Noch während des Angriffes versicherte Teheran zudem, keine weiteren Angriffe auf US-Basen auszuführen, während die USA wiederum rückversicherten, keine Gegen-Gegenangriffe auszuführen. (20/26)

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In anderen Worten: der iran.Gegenangriff war anscheinend mit den USA abgestimmt, um zwar symbolisch vA dem Innenpublikum eine Reaktion zu demonstrieren, zugleich aber eine weitere Eskalationsspirale zu vermeiden und nach dem Motto "wir sind quitt" in die Waffenruhe zu gehen 21/26

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Später bestätigte Trump in mehreren Statements selbst die Version, dass Iran alles Mögliche getan habe, damit auf der US-Seite niemand zu Schaden kommt. "Ich danke Iran, dass dieser uns früh warnte, sodass niemand getötet oder verletzt wurde", so Trump. (22/26)

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Die Zustände eines kontrollierten Schlagabtauschs bei zeitgleichen Absprachen und gegenseitigem Warnen, dass bloß niemand zu Schaden kommt, sorgte in ukr. und rus. Kriegsdebatten für ordentlich Satire, was das denn nun für Spielereien seien. Später begleitet von solchen Memes🤷‍♂️👇

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Wie dem auch sei. Die "Spielerei" war insofern erfolgreich, dass gleich danach tatsächlich eine Waffenruhe ausgerufen wurde, die außer einigen verhältnismäßig kleineren Aussetzern im Großen bislang hält. Ob dies auch langfristig so bleibt, ist allerdings schwer vorauszusagen...

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Einerseits reklamierten sich beide Seiten als Sieger in dem Krieg. Dies ist in dem Sinne ein gutes Zeichen, dass es keinen Platz für Revanchismus gibt. Wenn jeder "gesiegt" hat, warum soll sich Jemand revanchieren? Auf den Aufnahmen: Iraner feiern den "Sieg über Israel" (25/26)

Andererseits ist der Konfliktkern nicht gelöst. Das iran. Atomprogramm ist geschwächt, aber nicht eliminiert. Iran wird weiter daran arbeiten. Israel wird es weiter als eine Existenzbedrohung betrachten. Eine Wiederholung des Remote-Krieges ist daher sehr wahrscheinlich. (26/26)

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